Spanienblog

Abschied

15.06.2010, 23:54   |   von Nadine

Soooo Koffer ist gepackt, Paket ist verschickt, Wohnung ist leer geräumt.
Hmmm und irgendwie ist es komisch. Nicht ganz real irgendwie. Ich habe noch genau das Gefühl vom Anfang im Kopf, wo ich dachte: Also 9 Monate... Das ist schon ganz schön lang. Und schwups wars vorbei. Man kommt sich ein bisschen vor wie Falschgeld und irgendwie fühle ich mich alt, weil ich mir denke: Sowas machst du wahrscheinlich nun nicht wieder oder zumindest kommt DIESE Zeit nie wieder (wie ja eigentlich jede Zeit, aber Abschiede bedeuten immer ein bisschen sterben wie Katja Ebstein ihrerzeits schon sang). Und irgendwie fällt es mir viel schwerer, die Leute hier zu verabschieden, als in Deutschland, denn da wusste ich, dass ich alle wiedersehen werde (bzw. ich bin davon ausgegangen ;-)) Aber hier weiß man nicht, wen man wann vielleicht und hoffentlich wiedersieht und man wird sentimental. Ich habe mich noch einmal mit allen getroffen, mit manchen auch mehrmals verabschiedet :-D und noch ein paar Geschenke bekommen und verteilt und naja... was soll ich sagen. Am Ende wird sogar Palencia noch viel schöner und freundlicher als im Winter... Aber so ist das wahrscheinlich immer.
Resümierend kann man sagen, dass es eine tolle Zeit war und sich alle ganz lieb um mich und uns gekümmert haben und ich die Leute, mit denen ich die Zeit hier verbracht habe, echt vermissen werde.
Und auch karrieremäßig hat es natürlich was gebracht, ich denke, ich habe einiges an Erfahrung und Sicherheit gewonnen und eine Menge neuer Vokabeln und Sprachkenntnisse. Zumindest habe ich fast keine Verständnisschwierigkeiten mehr.
Mit diesem Eintrag werde ich diesen Blog nun abschließen.

VIELEN DANK AN ALLE, DIE UNS WÄHREND DIESER ZEIT UNTERSTÜTZT, BESUCHT, GESCHRIEBEN UND AN UNS GEDACHT HABEN!
Un saludo a todos
Nadín

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Los recuerdos construyen un camino que llega hasta el corazón y logra que los amigos siempre los sienta uno muy cerca, aunque en realidad estén muy lejos el uno del otro.
(Die Erinnerungen bilden einen Weg bis zum Herzen und erreichen, dass die Freunde sich einem immer sehr nah fühlen, obwohl sie in Realität sehr weit weg sein mögen.)

Unterwegs mit Pablo IV - Bodegabesuch

09.06.2010, 10:51   |   von Nadine

Am Montag Nachmittag haben wir, nachdem wir ja den Norden schon besichtigt hatten, uns den Süden vorgenommen.
Außer Pablo und mir waren noch zwei Bekannte von Pablo mit.

Zuerst ging es nach Dueñas in eine Bodega. Diese darf man sich nun nicht so vorstellen wie die von Pablo, denn die war ja eher Partyraum. In dieser Bodega wurde und wird Wein hergestellt. Sie ist ein Zusammenschluss aus 8 Privatbodegen und immer noch in familiärer Hand. Die Prozesse laufen nur teilweise maschinell ab.
Eine nette junge Frau führte uns eine Stunde lang durch die Bodega und erklärte uns alles. (Die Jacken hatte sie schon fürsorglich da, denn es richtig kalt da unten.)
Früher wurden die Bodegen vor der Weinernte richtig geschrubbt, die Trauben durch die Fenster gekippt und eine Presse (oder das Eigengewicht) drückte den Saft aus. Dieser lief dann in Rinnen durch die ganze Bodega. Naja nicht super hygienisch – vorher wie nachher, denn da musste die Bodega ja wieder geschrubbt werden. Heute machen das natürlich Maschinen. In der Bodega gibt es noch die alten Eichenfässer die über 100 Jahre alt sind und sie werden noch immer genutzt (jedoch nicht für den Qualitätswein) und die kleineren, neuen Fässer nur noch 4 Jahre. Die Herkunft der dafür verwendeten Holze machen sich durchaus sehr bemerkbar. Hier werden aber nur Roséweine, Rotweine und „Ojo de Gallo“ (Hühnerauge) hergestellt. Ojo de Gallo ist ein Gemisch, er ist dunkler als der Roséwein aber heller als Rotwein. Es werden ca. 15 Prozent helle Trauben verwendet.
Dann gibt es zig Abstufungen, ob Pressen mit oder ohne Schale, Lagerung, Fass usw. Das würde den Rahmen jetzt sprengen. ;-)
Danach durften wir zum Verkosten. Mir sind die spanischen Weine generell zu trocken oder wie ich sagen würde „quietschesauer“. Aber diese Bodega hat einige Auszeichnungen bekommen, auch die Silberplakette beim internationalen Weinwettbewerb. Und da die Führung umsonst war, habe ich dann so ein Tröpfchen mitgenommen, als Geschenk für die nächste Essenseinladung ;-)



Dann haber wir uns noch die Kirche angesehen. Da wird gerade restauriert und es war sehr interessant, weil man den Restauratoren zusehen konnte. Es sind über 35 Heiligenfiguren bzw. Figurengruppen, die restauriert werden. Der Holzwurm hat schon ganze Arbeit geleistet und somit wurde vor den Arbeiten die Kirche geschlossen und alles ausgeräuchert... Jetzt werden alle Bemalungen, die über die Jahrhunderte über das Original gemacht wurden, heruntergeholt und das Original konserviert. 6 Restauratoren arbeiten daran für ein Jahr. (Kosten: 400.000 Euro mit Material)



Später ging es dann nach Baños. Da haben wir uns die Basilika angesehen (nur von Außen jedoch) und die Quelle. Abends waren wir dann wieder in Palencia.

Montes Palentinos und Ruta de los Pantanos

08.06.2010, 19:32   |   von Nadine

oder:

UNTERWEGS MIT PABLO III


Am Sonntag war wieder ein Ausflug mit Pablo und seiner Frau Amelia geplant. Ziel waren die Montes Palentinos, also die Berge in der Provinz Palencia. Diese sind schon die „Vorboten“ der Picos de Europa, aber eben ein bisschen kleiner. Die Region wird in 4 Gebiete unterteilt: Fuentes Carrionas, La Pernia, La Braña und Campoo. Die genaue Route und die Stationen seht ihr in der Karte: Palencia - San Salvador (Kirche) - Santa María (Wandern+Picknick) - zu den Stauseen -Palencia. Es waren etwas mehr als 330 km.



Sonntag Morgen gegen 10 Uhr holten mich Pablo und Amelia ab. wir sind dann Richtung Montes Palentinos gefahren. Unser erstes Ziel war San Salvador. Zwischendurch haben wir auch manchmal kurz angehalten, um ein paar Fotos zu machen. San Salvador hat eine hübsche Kirche, wie ich finde. Ich mag die simplen, offenen Glockentürme irgendwie.



Dann ging es nach Santa Maria de los Redondos (Redondos heißen die Berge in der Gegend, Gebiet ist La Pernia). Dort wollten wir etwas wandern gehen. Ca. 30 km von Santa María befindet sich die Quelle des Flusses Pisuerga. Den mussten wir dann überqueren, was für mich kein Problem war, aber Amelia und Pablo konnten sich die Hosen nicht hoch genug krempeln ;-) (Den Größenunterschied sieht man ja sehr schön noch auf den Fotos...) Das Wasser war aber eiskalt und nach 10 Sekunden spürt man seine Füße nicht mehr :-D Abhärtung! Die ganze Gegend ist voll mit gelbem Ginster und wunderschön!
Wir haben dann nach unserer Wanderung Picknick gemacht. Pablo hatte 3 Campingstsühle mit, einen Tisch, Decken für die Siesta und Amelia hatte das Essen vorbereitet – die Kühltasche war randvoll. Es gab: Orangensaft, Gazpacho (so ne Art Tomaten-Gurken-Knoblauch-Saft), Brot, Salat, Muscheln, einen Sardellensalat, Melone und das Beeindruckendste: cangrejo de río (Flusskrebse). Nun hatte ich ja schon mit den Garnelen so meine ethischen Probleme, weil der Anblick einfach widerlich ist mit diesen Fühlern und wäääääh... Aber nun das! Aber Nadi probiert ja alles was sie nicht kennt und ich dachte mir: Ok du wist das in deinem Leben nie wieder essen, weil es keinen geben wird, der dir zeigt, wie man das Ding wirklich stilecht isst.
Als ich den Anblick in der Tupperbox verdaut hatte, lag dann so ein Teil auf meinem Teller. Ich sagte mir die ganze Zeit: „Ok es ist tot, es wird nicht wieder lebendig, wenn du es nicht isst. Es tot, nicht giftig und tot. Scheiße es sieht mich an... Kann denn keiner vorher dieses Ding schälen?! Es ist tot, reiß dich zusammen!“ Pablo zutschte das Ding schon genüsslich ab und schwärmte von der Soße und ich überlegt mir immer noch, wie ich es erstmal am besten anfasse... Dann zeigte er mir, wie man dieses Teil vorzubereiten hat. Ich habe das ganze als Video, bei Interesse kann ich es zeigen. Ich fands lustig, bis ich dann an der Reihe war. Und nachdem ich die Garnelen ganz gut bezwungen hatte in Santander, stellte ich mich diesmal umso blöder an. Schließlich hat Pablo mir die Krebse „geschält“ und ich beließ es bei 2 halben und überließ Pablo die anderen Hälften zum Ausschlürfen... Im Grunde schmecken sie wie Garnelen... Nach nichts.



Dann haben wir kurz Siesta gemacht, um unseren Ausflug zu den Stauseen fortzusetzen. (Ruta de los Pantanos, siehe Foto). Die Stauseen sind alle künstlich, teilweise von früheren Königen angeordnet worden , teilweise auch von Franco. Sie dienen zur Energiegewinnung, als Wasserspeicher und als Ziel für Tourismus. Zur Zeit ist da extrem viel Wasser drin, da es ja ein kalter und niederschlagreichen Winter war.



Bei den folgenden Fotos sieht man wie eine Brücke oder Mauer im Hintergrund. Das ist eine optische Täuschung. Man denkt, es wäre ein Stausee, aber in Wahrheit sind es 2 und die Mauer ist die Staumauer. Dahinter geht es erstmal ca. 70 m hinunter:



Danach ging's wieder zurück nach Palencia.

PS: Da ich beim Picknick mit dem Rücken in der Sonne saß, hatte ich abends trotz Sonnenschutz rote Schultern. Ich hatte jedoch vergessen, meine Haare hochzumachen und wunderte mich dann über den weißen Streifen in der Mitte meines Rückens.... :-D

Es grüßt euch
eurer „Streifenhörnchen“

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